Jagd ist angewandter Naturschutz. Jägerinnen und Jäger sind das ganze Jahr in der Natur – nicht nur mit der Büchse, sondern mit Spaten, Pflanzkorb, Fernglas und Zählbogen. Der Landesjagdverband Rheinland-Pfalz ist eine anerkannte Naturschutzvereinigung.
Warum Jagd Naturschutz ist
Unsere Landschaft ist eine vom Menschen geprägte Kulturlandschaft. Manche Arten profitieren davon, andere verlieren ihren Lebensraum. Das Bundesjagdgesetz verbindet das Jagdrecht deshalb untrennbar mit der Pflicht zur Hege: Ziel ist ein artenreicher, gesunder Wildbestand, der zu Landschaft und Landnutzung passt. Wer jagt, trägt damit Verantwortung für das ganze Ökosystem – auch für Arten, die nicht bejagt werden.
Was wir für die Natur tun
- Lebensräume schaffen: Hecken pflanzen, Blühstreifen und Wildäcker anlegen, Feldgehölze und Feuchtstellen pflegen – Deckung und Nahrung für Rebhuhn, Feldhase, Insekten und Singvögel.
- Bodenbrüter schützen: Die Bejagung von Fuchs, Waschbär und anderen Beutegreifern hilft gefährdeten Arten wie Rebhuhn und Kiebitz, ihren Nachwuchs durchzubringen.
- Invasive Arten begrenzen: Waschbär, Nutria und Nilgans verdrängen heimische Arten – ihre Bejagung ist aktiver Artenschutz.
- Kitzrettung: Mit Wärmebild-Drohnen und Helfern bewahren wir jedes Frühjahr Rehkitze, Junghasen und Gelege vor dem Kreiselmäher. Mehr zur Kitzrettung
- Tierseuchen vorbeugen: Gesunde, angepasste Bestände und eine wachsame Jägerschaft sind die beste Vorsorge gegen Krankheiten wie die Afrikanische Schweinepest.
- Wild nach Unfällen: Jägerinnen und Jäger kommen auch nachts, wenn auf der Straße ein Reh angefahren wurde, und erlösen verletzte Tiere.
- Wissen weitergeben: Mit dem Lernort Natur und der Rollenden Waldschule wecken wir bei Kindern und Erwachsenen Verständnis für die Natur.
Wildtiere zählen: W.I.L.D.
Wer schützen will, muss wissen, wie es den Arten geht. Dafür gibt es seit 2001 das Wildtier-Informationssystem der Länder Deutschlands (W.I.L.D.) des Deutschen Jagdverbandes und der Landesjagdverbände. Es ist ein bundesweites Monitoring, das Vorkommen, Bestandsdichten und Entwicklung von Wildtieren erfasst.
Ein Beispiel ist der Feldhase: In ausgewählten Referenzgebieten zählen Jägerinnen und Jäger die Hasen jedes Frühjahr und jeden Herbst nach einer festen Methode nachts mit dem Scheinwerfer. Dazu kommen Einschätzungen aus möglichst vielen Revieren, etwa zu den Brutpaaren des Rebhuhns. Die Ergebnisse zeigen Trends, die sonst niemand erfassen würde – und helfen, Schutzmaßnahmen gezielt einzusetzen.
Mitmachen
Sie möchten in Ihrem Revier eine Hecke pflanzen, einen Blühstreifen anlegen oder sich an Zählungen beteiligen? Unser Obmann für Naturschutz berät Sie gern. Anregungen bietet auch das Wildschutzprogramm Feld und Wiese (PDF).
Quellen: § 1 Bundesjagdgesetz · DJV: WILD-Bericht (PDF)
Unsere Broschüren zum Durchblättern
Zwei Broschüren unserer Kreisgruppe fassen zusammen, wie wir Naturschutz in der Praxis verstehen. Blättern Sie direkt hier – mit den Pfeilen, per Klick auf die Seite oder am Handy durch Wischen – oder laden Sie die PDF herunter.
Leitfaden Naturschutz für Ausbildung & Praxis
Schutzgebiete, geschützte Arten und Lebensräume, Tierschutz, Schon- und Jagdzeiten sowie ein Glossar – kompakt für Jungjägerinnen, Jungjäger und die Praxis im Revier (Oktober 2018).
Ökologischer Waldumbau aus Sicht der Jagd und des Naturschutzes
Klimawandel, Wildschäden und Waldumbau: Positionen und Vorschläge der Kreisgruppe, ergänzt um die Pirmasenser Erklärung des Landesjagdverbandes (Januar 2020).
Ihre Ansprechpartner
RS
Ralf Schmidt
Obmann für Natur- und Umweltschutz und Landespflege

